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Diary

Berlin, 23. Juli 2009
Meine Lieben,

es ist Mittwoch und ich bin auf dem Sprung ins Studio Uno. Aber da schon wieder so viel passiert ist in den letzten Wochen, nehme ich mir jetzt erst mal die Zeit und schreibe einen kleinen Eintrag fürs Tagebuch.
Ich trage heute übrigens ein Shirt der deutschen Nationalmannschaft – ihr habt euch nicht verlesen – der deutschen Nationalmannschaft! Ein Fangeschenk, das ich letzten Sonntag beim Fanclubtreffen in Berlin bekommen habe. Passt wie angegossen. Das war übrigens nicht das einzige Geschenk. Ich habe schon jede Menge leckere Schokolade gegessen, Rotwein getrunken und mir die vielen Karten, Briefe und Fotos angeschaut bzw. durchgelesen. Auch der neue Fanaward hat schon seinen Ehrenplatz im Studio bekommen. Erwähnte ich eigentlich, dass ich nicht nur ausschließlich Nougatschokolade mag, sondern auch zum Beispiel Marzipan und Nuß sehr gerne esse? Und dass ich auch nicht ausschließlich Rotwein trinke? Wie Geburtstag und Weihnachten gleichzeitig! :)
Abgesehen davon war der ganze Sonntag wirklich wunderschön. Ein entspannter Tag mit so vielen netten Leuten – und ich als einziger Mann. So könnte ich eigentlich jeden Sonntag verbringen. Wobei ich ganz ehrlich zugeben muß – ich rede ja wirklich gern und viel – aber über fünf Stunden am Stück, das ist schon echt ne Ansage. Nicht dass ich mich nicht gut unterhalten hätte, ganz im Gegenteil. Aber ich würde mal schätzen nach 19.00Uhr hab ich noch ungefähr zehn Sätze gesprochen und das war’s dann. Außerdem war ich im Kino, da gibt’s auch nichts zu reden. :)
Ich habe mir übrigens einen wirklich reizenden italienischen Film angeschaut. In einem winzigen alten Kino mit nur 45 Sitzplätzen im Hinterzimmer einer Bar. „Pranzo di ferragosto“ zu deutsch „Das Festmahl im August“. Ein total charmanter Sommerfilm über das Alter, das Leben in Italien und die italienische Küche. Kann ich nur empfehlen.
Aber um noch mal kurz auf das Fanclubtreffen zurückzukommen. Ich hab’s zwar schon gesagt, aber ich meine es wirklich ehrlich: Danke! Danke, dass ihr alle da wart, Danke für die Geschenke, Danke an die Fanclubleiterinnen, Danke für alles.
Und weil ich gerade beim Danke – Sagen bin: ebenfalls Danke für ein unglaubliches Heimspiel – Konzert in Neustadt. Ich glaube, ihr habt gesehen, wie viel Spaß es uns gemacht hat. Es hätte gar nicht besser sein können. Was für ein Abend!
Und während die meisten jetzt Schulferien haben oder im Urlaub sind – vor allem die Italiener, bei denen existiert der August quasi gar nicht als Arbeitsmonat – bin ich hier fleissig dabei, mit meiner Firma Studio Uno neue Konzerte zu bestätigen, wie zum Beispiel in Saarbrücken am 9. August, auf der IFA am 4. September oder aber auch – und da freu ich mich – am 29. Juli in Rimini. Nachdem wir ja letztes Jahr eigentlich dort auf einem Festival spielen sollten, das dann aber komplett ausgefallen ist, kommt jetzt der zweite und hoffentlich erfolgreiche Versuch. Wir werden diesmal spät am Abend unplugged in einem Club spielen und ihr seid herzlich eingeladen vorbeizukommen. Es gibt dafür keine Tickets, sondern man bezahlt einfach den Eintritt an der Kasse. Und wenn das alles gut gelaufen ist, werden wir sicherlich danach noch in den Pool oder ins Meer hüpfen! Wenn ich schon keine Zeit für Urlaub habe, dann muß ich eben diese raren Gelegenheiten nutzen. Ich durfte ja auch schon drei Tage auf Gran Canaria verbringen dieses Jahr. Auch zum Arbeiten, aber immerhin! Und das Fotoshooting am Strand von Rimini werde ich bestimmt auch überleben. Es gibt wahrlich Schlimmeres. Aber denkt jetzt bloß nicht, ich komme mit einer neonpinken Speedo um die Ecke. Den Gefallen kann ich euch leider nicht tun  bzw. ich tue euch glaub’ ich schon einen Riesengefallen weil ich es eben nicht mache! :)
Neben den Konzerten stehen auch noch andere spannende Projekte an, zu denen ich im Moment noch nicht allzu viel erzählen kann und möchte. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig. Aber das brauche ich euch ja nicht zu erzählen. Ihr kennt mich ja.
Es gibt tatsächlich nichts Schlimmeres für mich, als untätig zu sein. Wenn ich nichts zu tun hätte, würde ich tatsächlich richtig unleidig. Das betrifft dann vor allem die Menschen, die in dem Moment um mich herum sind. Das ist schwer zu beschreiben, vielleicht am ehesten mit einem „hibbeligen“ Dreijährigen, der sich unbeschäftigt fühlt. Ich laufe auf und ab, setze mich wieder hin. Schaue, ob es was zu Essen gibt, überlege, stehe wieder auf. Es ist nicht so, dass es mich stressen würde, nichts zu tun. Wenn ich am Strand bin, kann ich auch ne Stunde ruhig liegen – gut und dann muss ich ins Wasser oder Fussball spielen. Aber grundsätzlich bin ich entspannt und auch eher der gemütliche, ungestresste, geduldige Typ. Aber wenn es keinen Plan gibt, dann werde ich unruhig. (ich merke, jetzt schreibe ich wieder wirr…).
Also, vielleicht kann ich es noch mal zusammenfassen: wenn ich aufstehe und weiß, dass ich am Abend einen Termin, eine Mission, einen Auftrag habe, dann gibt es auch einen Plan für den Tag. Weil ich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort etwas zu tun habe.
Selbst, wenn es bis dahin nichts zu tun gibt, bin ich entspannt und verbringe irgendwie den Tag. Aber wenn ich keinen „Termin“ hätte, dann würde ich unruhig, weil ich nicht wüsste, was ich am Besten und Sinnvollsten tun sollte. Mhm. Ich glaube, es gelingt mir nicht ganz euch das verständlich zu beschreiben. Aber da es sich hier um mein persönliches Diary handelt, werde ich das Geschriebene jetzt nicht wieder weglöschen sondern einfach so stehen lassen. Ist halt so.
Ich möchte stets, dass etwas vorangeht. Stillstand ist der Tod. Vielleicht bringt es das besser auf den Punkt.
Aber à propos Plan. Ich wollte ja jetzt mal ins Studio. Und das mach` ich auch. Sonst werde ich unleidig.
In diesem Sinne noch einen schönen Tag, schöne Ferien, schönen Urlaub und bis bald. Ciao.

Euer
NEVIO


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