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Diary

Berlin, 12. November 2008
Guten Abend meine Lieben,

es ist noch nicht mal 18.00 Uhr und draussen ist es bereits stockfinster. Das war`s wohl wieder mit dem Sommer. Schade eigentlich. Irgendwie komisch diese Jahreszeit. Dabei fängt es jetzt gerade erst an…tja, ich bin wohl doch mehr ein Sonnenkind:) Wenn hier die Blätter fallen, der kalte Wind durch die Straßen weht und die Tage kürzer werden, sehne ich mich manchmal nach meiner zweiten Heimat Italien. Ich sehne mich nach Menschen auf der Straße, die lächeln, Menschen, die auf der Piazza stehen und Espresso trinken, nach ein wenig mehr Wärme eben.

Aber keine Sorge, mir geht es gut. Sehr gut sogar. Und ich habe auch keinen Grund mich zu beschweren. Ganz im Gegenteil. Gerade war ich ein paar Tage in Mailand, um dort für “Due” Promotion zu machen. Ihr habt ja sicherlich schon mitbekommen, dass es jetzt auch endlich in Italien soweit ist. Das Album wird im Frühjahr dort veröffentlicht werden. Für mich persönlich ein ganz großartiges Gefühl, weil ich insgeheim immer gehofft habe, dass das passieren würde. Also, ich war in Mailand, um von meiner neuen Platte zu erzählen. Und danach bin ich von Mailand gen Süden gefahren, um noch ein paar Tage Urlaub im Haus meiner Eltern unweit von Neapel dranzuhängen. Wie ihr vielleicht auf dem Foto der Woche gesehen habt, habe ich mich wirklich entspannt. Und nein, es handelt sich nicht um eine Frisbee-Scheibe, sondern um einen Fußball. Super Santos. DER Ball in Italien für den Strand! Das nur am Rande :-)

Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. Ich bin also mit dem Zug von Mailand nach Neapel gefahren. Dort habe ich meinen Mietwagen abgeholt und machte mich auf den Weg zu unserem Haus. In dem kleinen Ort sollte ich mich mit einem Freund meines Papas treffen, um mir die Schlüssel abzuholen. Natürlich bin ich etwas später als geplant losgefahren – wer will denn auch an seinem allerersten Urlaubstag gleich um 8 Uhr morgens aufstehen :-), so dass es bereits später Abend war, als ich in dem kleinen Örtchen ankam. An einer Tankstelle hatte ich mich zur Schlüsselübergabe verabredet. Und in dem Moment, als ich in die Tankstelle abbog, passierte es. Ich hatte während der ganzen Fahrt “Radio Italia” eingeschaltet – und genau in der Sekunde – es war wohl kurz vor Mitternacht – hörte ich eine vertraute Melodie. Sento. Mein Song. Sento! Im italienischen Radio! Ich kann gar nicht beschreiben, was für ein unglaubliches Gefühl das war. Ich drehte die Lautstärke voll auf und saß einfach nur im Auto und hörte zu. Bis
zum letzten Ton. (Während der Mann mit den Schlüsseln verwundert auf dem Parkplatz stand). Ich hätte niemals gedacht, dass mich so eine Kleinigkeit so sehr berühren und freuen würde. Schließlich habe ich ja schon den einen oder anderen Titel von mir im Radio gehört…Aber es war mein Song, in meinem Land, im Radio. Natürlich wusste ich auch, dass “Sento” im Radio und im Musikfernsehen gespielt wird. Es dann aber mit eigenen Ohren zu hören, ist nochmal etwas ganz ganz anderes. Es war fast wie ein Zeichen. Als wollte mir jemand sagen – weiter so. Du bist auf dem richtigen Weg. Hör zu! Mach weiter. Es lohnt sich, zu kämpfen. Und es lohnt sich, an seine Träume zu glauben.

Vielleicht denkt ihr jetzt, ich hätte nen kleinen Dachschaden. Ich vermute auch, dass es nicht einfach ist, das nachzuvollziehen. Ich möchte aber gerne diesen Moment hier mit euch teilen! Für mich war das einer der schönsten Momente in den letzten Monaten zusammen mit der Veröffentlichung von „Due“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz und natürlich der „notte magica“ von Dortmund, für die ich euch alle umarmen könnte. Danke für diesen tollen Abend!!!

Dass seit meinem letzten Diaryeintrag noch vieles andere passiert ist, wisst ihr selber. Ihr seid ja meistens besser informiert als ich :) Und ich habe auch durchaus verfolgt, dass es die eine oder andere kritische Stimme gab, weil ich mich so lange nicht gemeldet hab. Ihr kennt mich nun aber auch schon ne ganze Weile, und wisst daher, dass das Diary ein sehr persönliches Tool ist. Es ist nicht gedacht, um Propaganda zu machen oder um irgendjemanden bei Laune zu halten. Es ist mein ganz persönliches Diary – für euch. Und wenn ich euch etwas schreibe, dann deswegen, weil es mir am Herzen liegt. Darum kann es auch sein, dass es manchmal etwas länger dauert.

Ich will an dieser Stelle aber nochmal betonen – nur damit ihr keinen falschen Eindruck bekommt – dass ich keineswegs deprimiert oder unglücklich bin – nur weil ich mich über das deutsche Wetter ausgelassen habe. Wie sollte ich auch? :) Ich schreibe gerade an neuen Songs, von denen ich einen für das italienische San Remo Festival einreichen werde. Ich stecke in Vorbereitungen für die Tour Anfang nächsten Jahres. Ich arbeite an der zweiten Single, die schon in wenigen Wochen hoffentlich dann im (deutschen!) Radio laufen wird. Und – psst – ich bastle auch an ein paar vorweihnachtlichen Überraschungen für euch. Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

In diesem Sinne, lasst es euch gut gehen. Ich melde mich wieder. Promesso.

Euer
NEVIO


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