Nachdem die drei heiligen Könige genau vor 2007 Jahren und zwei Tagen dem Jesuskind ihre Geschenke überbracht haben und nun auch dieses neue Jahr (D.C.) seinen Lauf genommen hat, ist es auch für mich wieder Zeit – gestärkt von einer sehr schönen und familiären Weihnachtszeit – die Ärmel hochzukrempeln und nach vorne zu sehen. Bereits morgen wird mein Flieger in Hamburg landen und ich werde das letzte Lied für mein Album einsingen und fertig produzieren. Bei diesem Song handelt es sich um ein weiteres Duett, also einer Zusammenarbeit mit einem anderen, diesmal internationalen Künstler. Das Streichorchester für diesen Song wurde vom London Symphony Orchestra in den Abbey Road Studios in London (da wo damals auch die Beatles aufgenommen haben) eingespielt…ein kleiner musikalischer Musikertraum geht hiermit für mich in Erfüllung! Jeder Künstler träumt davon, einmal in seinem Leben in den Abbey Road Studios zu recorden! :)
Ich bin fest davon überzeugt, dass sich dieses Album, dessen Rohversion ich hier neben mir auf meinem Schreibtisch liegen habe, sich wirklich sehen lassen kann. Ich kann zu jedem Song eine Geschichte erzählen, meine eigene Geschichte! Ich weiss genau, wann&wo ich den einzelnen Song geschrieben habe, was ich in dieser speziellen Situation gedacht und gefühlt habe. Es ist schön zu sehen, wie sich die Arbeit der letzten Monate gebündelt auf einem einzigen Tonträger anhört. Ich glaube für jeden Musiker ist es eine enorme Genugtuung, wenn er am Ende seiner Arbeit steht und sich „sein“ Werk anhört. Das Album ist für mich eine Art persönliche Zeitreise, es enthält Songs, die ich vor vielen Jahren geschrieben habe, als ich z.B. noch zur Schule ging und Songs, die ich erst vor ein paar Wochen oder Monaten komponiert habe. Man merkt die persönliche und musikalische Evolution.
Zudem wird es auf dem Album „Nevio“ einzelne Coverversionen geben, von Werken, die ich selbst gerne geschrieben hätte und die ich überaus liebe – eine Art Hommage an die Künstler, die diese Songs bereits fantastisch interpretiert haben. Ich versuche diese Stücke mit meiner eigenen Emotion zu unterlegen und sie mir sprichwörtlich zu Eigen zu machen und sie Nevio-like zu interpretieren. Anders kann ich das gar nicht:)
Also morgen Hamburg, letzten Song recorden, dann am Mittwoch Fotoshooting für die Presse in Hamburg, Donnerstag Interview in München und Freitag wieder ein Interview.
Sonntag sind dann Bandproben für unser Showcase in Berlin.Ganz kurz zu dem Auftritt am 25. Januar in Berlin (Quasimodo). Es handelt sich hierbei um ein Showcase, d.h. sämtliche Presse/Medien/TV-Leute sind geladen und hören zum ersten Mal das neue Album live mit meiner Band. Es sind daher nur wenige Fans aus Platzgründen zugelassen; diese Location ist nämlich ein renommierter Jazzclub, wo nur ca. 300 Leute reinpassen. Ihr werdet verstehen, dass das ein sehr wichtiger Auftritt für mich ist, da ich endlich die Gelegenheit habe, die Presse davon zu überzeugen, dass alle Clichées, die so kursieren, z.B. „Nevio singt nur Coversongs“, „Nevio ist arrogant“, „Nevio kann nicht singen“, „Nevio ist ein Castingopfer“, etc. in wahrheitsgetreuere Dinge umschlagen wie z.B. „Nevio schreibt seine Songs selbst“, „Nevio hat schon mindestens 10 Jahre vor DSDS Musik gemacht und seine Songs komponiert“, „Nevio ist in den letzten Monaten nicht in der Versenkung verschwunden, sondern hat monatelang Songs geschrieben und in diversen Studios sein Album aufgenommen und mitproduziert“, „Nevio ist selbstbewusst und liebt es, auf der Bühne zu stehen und sagt stets, was er denkt“, „Nevio hat bereits seinen zweiten Plattenvertrag mit einem Major Label unterschrieben – 1999 mit der BMG und nun 2006 mit dem Marktführer Universal“ usw.
Das sind eben alles nüchterne, nicht von der Hand zu weisende Fakten und würden ernstzunehmenden Journalisten, die anständig recherchieren und ihren Job verstehen, auch sofort ins Auge springen. Die deutsche Medienlandschaft ist schon komisch und manchmal höchst beschämend und traurig.
Wenn ein deutsches Talent z.B. in Amerika 1 Million Platten verkaufen würde (für mich eine Sensation!) und am selben Tag rauskäme, dass dieser Sänger z.B. homosexuell ist, dann ratet mal, was die Medien berichten würden…?! Armes Deutschland, intolerantes Deutschland, sensationsgeiles Deutschland. In Amerika werden die Stars z. T. noch „gemacht“, man ist stolz, auf das, was man hat. Talente werden gefördert, als „Kulturgut“ bezeichnet. Anderswo werden Künstler auch als solche behandelt, man respektiert sie!
Kelly Clarkson hat auch bei der amerikanischen DSDS-Staffel mitgemacht…who cares!? Da kommt kein Radioredakteur auf die Meinung und sagt: “Nö, Castingsänger spielen wir nicht!“. Im Hintergrund läuft dann wahrscheinlich auf seinem Sender noch Robbie Williams und Frau Stürmer, gefolgt von US5 und Take That! „Nö, Castingsänger spielen wir nicht!“
Hätte der Radioredakteur wohl – als er noch jung war und Träume hatte – wohl nicht an einem Gesangswettbewerb im Fernsehen teilgenommen und versucht, auf sich aufmerksam zu machen? Warum sollte man den Leuten, die sich trauen, selbstbewusst sind und am Ende ihren Kopf dafür hinhalten einen Strick daraus drehen? Wie viele Plattformen bietet denn das moderne Deutschland für junge Bands und Künstler?! Kann mir das der Herr Radioredakteur sagen? Oder trifft er sich heute Abend mit seinem Kollegen, einem depressiven Journalisten, der aufgrund der Tatsache, dass ihn seine Frau verlassen hat und er unter finanziellen Problemen leidet, seine Frustration in seinen amateurhaften Artikeln niederschreibt und an Leuten auslässt, die sich den Arsch aufreißen?!
Meine einzige „Waffe“ und Antwort gegenüber falscher Behauptungen in der Presse und in den Medien kann nur die Musik sein. Und diese „Waffe“ ist meines Erachtens eine der stärksten, die es nur geben kann. Musik kann die Welt verändern und die Herzen der Menschen berühren. Daran will und muss ich als Künstler glauben. Und wären wir nicht alle irgendwo Idealisten, dann wäre alle Hoffnung längst verloren! Es gibt einen Spruch, der wirklich abgedroschen klingt, der aber seine Richtigkeit behalten muss, wenn es eine Gerechtigkeit geben soll: “Qualität setzt sich durch!“. Das Publikum, der Musikkonsument ist nicht doof, er ist hochsensibel und merkt ziemlich schnell, wenn er „verarscht“ wird oder wenn er es mit ehrlicher Musik, die aus dem Herzen kommt, zu tun hat!
Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe!
euer
NEVIO
p.s. Tausend Dank, dass ihr mich so tatkräftig unterstützt und euch bei den Radiosendern meine Songs wünscht. Auch die Tatsache, dass mein Video oft gespielt wird, ist euer Verdienst. Bitte macht weiter so! Auch die schwierige deutsche Medienwelt soll sehen, dass es euch gibt!
